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Aufstiegsfortbildungen für Ausbilder werden noch wenig genutzt

Aufstiegsfortbildungen für Ausbilder
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Die einheitlich anerkannten Aufstiegsfortbildungen für Ausbilder führten die Industrie- und Handelskammern schon vor zehn Jahren ein. Genutzt werden sie jedoch nur wenig – in 2018 legten nur 181 Ausbilder die Prüfung zum Aus- und Weiterbildungspädagogen und 89 die Prüfung zum Berufspädagogen ab. Dabei bieten die Fortbildungen gerade heute, wo an die Ausbildung immer mehr Anforderungen gestellt werden als früher, viele Vorteile.

Experten für die Berufsbildung qualifizieren

Ziel der Abschlüsse zum Aus- und Weiterbildungspädagogen oder zum Berufspädagogen ist es, Ausbilder zu Experten für die Berufsbildung zu qualifizieren. Doch viele Fachkräfte, die sich mit Ausbildung beschäftigen, kennen diese Angebote entweder nicht oder sehen keine Vorteile. Durch die Einführung des Deutschen Qualifizierungsrahmens hat man deshalb diese Abschlüsse auf eine Stufe mit Studienabschlüssen gestellt, d. h. hier kann nun ein Bachelor Professional und ein Master Professional absolviert werden. Lediglich die Verordnungen müssen noch angeglichen werden.

Im Lernprozess individuell unterstützen

Warum ist es heute sinnvoller denn je, diese Qualifizierungen zu erlangen? Einerseits bringen die Azubis von heute unterschiedlichere (Lern-)Voraussetzungen mit als früher, andererseits hat sich die Rolle des Ausbilders vom “Vormacher” zum “Lernbegleiter” gewandelt. Sie müssen die Jugendlichen im Lernprozess individuell unterstützen, dabei ist es von Vorteil, wenn Ausbildern die Herangehensweisen hierfür bekannt sind. Insbesondere im kaufmännischen Bereich spielt natürlich auch das Wissen um die Digitalisierung und Medienkompetenz eine große Rolle, mehr noch als im gewerblich-technischen Bereich, der hier deutlich weiter ist.

Ausbildungsbeauftragte im Fokus

Auch die Zusammensetzung der Ausbilder hat sich verändert: Neben den haupt- und nebenamtlichen Ausbildern mit nachgewiesener Eignung (Ausbilderprüfung) beschäftigen sich überwiegend Ausbildungsbeauftragte mit den Azubis in der täglichen Arbeit. Diese benötigen formal keine nachgewiesene Eignung, dennoch ist vielen Unternehmen klar, dass gute Fachkräfte nur dann ausgebildet werden können, wenn sie von gut geschulten Ausbildungsbeauftragten angeleitet werden. Auch ist nicht klar, welche Fähigkeiten vorhanden sein müssen, um z. B. duale Studenten auszubilden. Nicht zuletzt – ebenso wie alle Abläufe in den Unternehmen ist auch die Ausbildung dynamischer geworden. Da könnte eine Auffrischung und Aktualisierung des bereits vorhandenen Wissens nicht schaden.

Quelle: Viele Unternehmen kennen die Abschlüsse nicht, von V. Hochhausen in: Bildungspraxis, Heft 1-2020, S. 6-8.

Kommentare

Michaela
Antworten

Hallo,
ich bin kurz vor der Prüfung zum Berufspädagogen und finde diese Weiterbildung sehr sehr wichtig. Ein Hochschulstudium bringt einem diese Inhalte nicht bei, auch fehlt einem der Praxisbezug.
Mir fehlt noch der Bekannheitsgrad bei Unternehmen, dieser Abschluss ist genauso hochwertig wie ein Masterabschluss an einer FH oder Uni.
Leider findet man meist nur Online Anbieter und da lernt man meist nur die Theorie und die Praxiserfahrung ist wichtig.
Ich würde mir ein paar Infos in dem Artikel wünschen. Wo findet man weitere Informationen, wo findet man passende Anbieter etc.
Ich kann jedem, der im Bereich Ausbildung zutun hat, diese Weiterbildung empfehlen.
Grüße aus Essen,
Michaela

Anne-Katrin Heine
Antworten

Liebe Michaela,
vielen Dank für Ihren Beitrag! Wir nehmen die Anregung, mehr Informationen zu den Aufstiegsfortbildungen zu sammeln, gern auf und werden dazu recherchieren. Eventuell können auch andere Leser hier Tipps oder Erfahrungen weitergeben?
Viel Erfolg weiterhin bei Ihrer Ausbildungstätigkeit wünscht Ihnen das
wirAUSBILDER-Team

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