Lernmotivation stärken: So fördern Ausbilder:innen die Lernbereitschaft ihrer Azubis
Reihe: Kompetenzen in der Ausbildung | #3
Im vorherigen Beitrag unserer Blogreihe haben wir gezeigt, wie Ausbilder:innen ihre Auszubildenden mit wirksamen Lernstrategien beim selbstständigen Lernen unterstützen können. Doch selbst die beste Lernmethode hilft wenig, wenn die Motivation fehlt. Deshalb stellt sich die Frage:
Wie können wir Auszubildende dazu motivieren, sich aktiv mit neuen Lerninhalten auseinanderzusetzen und dauerhaft am Ball zu bleiben?

Tipp: Lade Dir die zum Thema passenden Arbeitshilfen für Dich und Deine Azubis herunter. Die Links findest Du am Ende des Beitrags >> Lesetipps der wirAUSBILDER-Redaktion.
1. Lernmotivation ist die Grundlage erfolgreichen Lernens
Lernen gelingt besonders dann, wenn Auszubildende einen Sinn in den Lerninhalten erkennen und das Gefühl haben, Fortschritte zu machen. Die Motivationsforschung unterscheidet dabei zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Während intrinsisch motivierte Auszubildende lernen, weil sie Interesse an einer Aufgabe haben oder ihre Kompetenzen erweitern möchten, wird extrinsische Motivation beispielsweise durch gute Noten, Lob oder den erfolgreichen Ausbildungsabschluss gefördert.
Beide Motivationsformen haben ihren Platz in der Ausbildung. Nachhaltiges Lernen entwickelt sich jedoch vor allem dann, wenn Auszubildende den persönlichen Nutzen des Gelernten erkennen und eigene Lernerfolge erleben.
2. Was die Lernmotivation der Generation Z fördert
Aktuelle Studien zeigen, dass viele junge Menschen lernen möchten, wenn sie den Nutzen einer Aufgabe nachvollziehen können und sich aktiv in den Lernprozess einbringen dürfen. Gleichzeitig wünschen sie sich regelmäßiges Feedback, Wertschätzung und die Möglichkeit, ihre Entwicklung mitzuerleben.
Für die Ausbildung bedeutet das: Lerninhalte sollten möglichst praxisnah vermittelt und mit konkre-ten betrieblichen Situationen verknüpft werden. Ebenso wichtig ist es, Lernfortschritte sichtbar zu machen und Auszubildenden zu zeigen, welche Kompetenzen sie bereits entwickelt haben. Werden Aufgaben dagegen als wenig sinnvoll oder dauerhaft über- bzw. unterfordernd erlebt, sinkt häufig auch die Lernmotivation
3. Lernmotivation gezielt im Ausbildungsalltag fördern
Wir Ausbilder:innen können die Lernmotivation bereits mit einfachen Maßnahmen nachhaltig unterstützen:
- Den Sinn von Lerninhalten verdeutlichen: Wir zeigen auf, warum bestimmte Kenntnisse für den Berufsalltag wichtig sind und welchen konkreten Beitrag Auszubildende mit diesen Fähigkeiten im Team leisten können.
- Erreichbare Lernziele vereinbaren: Kleine Etappenziele schaffen Erfolgserlebnisse und fördern die Motivation.
- Lernfortschritte sichtbar machen: Reflexionsgespräche, Kompetenzübersichten oder Lerntagebücher zeigen, was bereits erreicht wurde.
- Praxisnah lernen lassen: Reale Aufgaben, praxisnahe Beispiele und betriebliche Projekte oder Fachaufgaben erhöhen den wahrgenommenen Nutzen des Gelernten.
- Regelmäßig konstruktives Feedback geben: Rückmeldungen stärken das Kompetenzerleben und geben Orientierung für die nächsten Lernschritte.
- Eigenverantwortliches Lernen ermöglichen: Wahlmöglichkeiten bei Aufgaben oder Lernmethoden fördern die aktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten.
- Fehler als Lernchance nutzen: Eine offene Fehlerkultur nimmt die Angst vor Misserfolgen und unterstützt nachhaltiges Lernen.
4. Fazit
Lernmotivation entsteht nicht zufällig. Sie entwickelt sich vor allem dann, wenn Auszubildende den Sinn ihres Lernens erkennen, Fortschritte erleben und aktiv am Lernprozess beteiligt werden. Wir Ausbilder:innen können hierfür entscheidende Impulse setzen, indem wir Lernen praxisnah gestal-ten, regelmäßiges Feedback geben und Lernerfolge bewusst sichtbar machen. So schaffen wir wich-tige Voraussetzungen für selbstständiges Lernen und eine nachhaltige Kompetenzentwicklung.
5. Vorschau auf den nächsten Beitrag
Motivation ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Ebenso entscheidend ist je-doch die Fähigkeit, den eigenen Arbeits- und Lernalltag selbstständig zu organisieren. Im nächsten Teil unserer Blogreihe zeigen wir, wie Auszubildende ihre Selbstorganisation verbessern und den Ausbildungsalltag erfolgreich meistern können.
Autorin: Nadine Jungfleisch, Dozentin, Referentin, Ausbilderin, Personalentwicklerin und Lerncoach, www.pruefung-erfolg.de
💡 Lesetipps der wirAUSBILDER-Redaktion
Passend zu diesem Blog-Beitrag:
Weitere Tipps:
- Reihe: Kompetenzen in der Ausbildung – jeder Beitrag enthält zum Thema passende Arbeitshilfen und/oder Checklisten für Ausbilder:innen und Azubis
- KOLUMNE: Kurz nachgedacht – Perspektiven auf den Ausbildungsalltag
- Nein sagen lernen – warum diese Fähigkeit Azubis selbstsicher macht
- Stärken stärken: Wie Ausbilder:innen Azubis zu mehr Selbstvertrauen verhelfen
- Checkliste: Onboarding-Checkliste für Ausbilder:innen – Klar durchstarten
- Checkliste: Azubi‑Auswahl trotz KI‑Bewerbungen
.
💌 Keine News mehr verpassen!
Der wirAUSBILDER-Newsletter informiert Dich über Aktuelles aus der Ausbildungswelt.
