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Kein Grund zur Panik!

Azubis Prüfung vorbereiten
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So bereiten Sie Ihre Azubis optimal auf die Prüfung vor

Wer kennt es nicht, das flaue Gefühl im Magen, wenn es auf eine Prüfung zugeht? Etwas Lampenfieber ist völlig normal, doch wenn Symptome wie Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Schwindel auftreten, haben die Kandidaten ein ernsthaftes Problem: Prüfungsangst. Als Ausbilder können Sie helfen, den gefürchteten Termin für Ihre Auszubildenden zu einem Erfolgserlebnis zu machen.

Bereit für den Tag X

Irgendwann ist er da, der Tag der Prüfung. Ob angehende Kaufleute, Handwerker und Techniker bei den Prüfern einen guten Eindruck hinterlassen oder Stirnrunzeln hervorrufen, entscheidet nicht nur über die berufliche Zukunft der Prüflinge. Ein gutes Abschlusszeugnis ist auch ein Nachweis der Ausbildungsqualität des Unternehmens und ein Erfolg für Sie als Ausbilder. Gute Vorbereitung lohnt sich deshalb – für alle Beteiligten.

Vorbeugen statt Nachsitzen

Die wahrscheinlichsten Kandidaten für Prüfungsangst sind schlecht vorbereitete oder sehr ehrgeizige Auszubildende. Beide Gruppen sind überdurchschnittlich häufig von Blockaden betroffen – entweder aus Überforderung oder weil sie sich selbst zu sehr unter Druck setzen. Halten Sie deshalb von Anfang an die Augen offen: Welcher Azubi könnte Schwierigkeiten bekommen, wer wirkt schon nervös, wenn das Thema „Prüfung“ nur aufkommt, wer äußert Ängste? Natürlich können Sie das erste Zeugnis abwarten und erst bei schlechten Noten reagieren. Um den Azubis und Ihnen eine mühsame Aufholarbeit zu ersparen, empfiehlt es sich jedoch, ab und zu einen Blick auf die Klausurergebnisse in der Berufsschule zu werfen. So können Sie frühzeitig eingreifen und wissen, wer vor der Abschlussprüfung intensivere Betreuung benötigt.

Gemeinschaft stärkt

Die erste Regel: Niemand muss seine Prüfungsvorbereitungszeit alleine durchstehen. Helfen Sie Ihren Auszubildenden, indem Sie ehemalige Azubis von deren Prüfungserfahrungen berichten lassen:
Wie haben sie die Situation erlebt, was hat ihnen geholfen? Dass gegenseitiger Austausch hilft, bestätigt auch Alina Fettkötter, die eine Ausbildung zur Medienkauffrau absolviert hat: „Meine Mitazubis waren wichtige Lernpartner für mich. Man konnte sich fachlich auf gleicher Ebene begegnen und hat einen Eindruck bekommen, was man noch intensiver lernen sollte. Außerdem saßen wir alle in einem Boot, da tat es sehr gut, mit jemandem darüber zu reden, der ähnliche Sorgen und Ängste hat.“

Prüfungsangst Vorbereitung

Wer sich bereits im Vorfeld die häufigsten Fehler vor und während einer Prüfung bewusst macht, kann gezielt gegensteuern. Stellen Sie Ihren Auszubildenden die wichtigsten „Dos and Don´ts“ vor und setzen Sie dabei nichts als selbstverständlich voraus. Lassen Sie Ihre Azubis die schlimmsten Horrorszenarien formulieren und diskutieren Sie mit ihnen über die Folgen.

Üben, aber richtig!

Am Büffeln führt kein Weg vorbei. Doch wie lernt es sich am Besten? Azubis, die bewährte Lerntechniken kennen, sind eindeutig im Vorteil. Geben Sie ihnen einige Arbeitsmethoden an die Hand: Lesen mit Textmarker, Lernen mit Karteikarten, Nutzung von Lern-Apps, Visualisieren des Lernstoffs durch ein Lernposter, Erstellung eines übersichtlichen Skripts am PC und vieles mehr. Aufschlussreich für alle Beteiligten ist auch eine Klärung des Wissensstands: Lassen Sie Ihre Azubis eine Stunde lang lesen und fordern Sie sie dann auf, niederzuschreiben oder vorzutragen, was sie behalten haben. Auch das Üben anhand von früheren Abschlussprüfungen hilft enorm. Das zeigt auch die Erfahrung von Alina Fettkötter: „Mir hat es geholfen, so viele Probeprüfungen wie möglich zu machen. So habe ich ein Gefühl für die Gewichtung der Themen, die Art der Fragen und die eigenen Lücken bekommen. Im Ernstfall konnte ich dadurch auch viel besser meine Zeit managen.“

Prüfungsangst Mündliche Prüfung

Alles zu seiner Zeit

Eine Lerngruppe ist für die meisten Azubis eine wichtige Stütze, aber auch den Lernort zu wechseln kann helfen, weil dadurch neue Inhalte mit den Bildern der Umgebung verknüpft werden. Psychologisch sinnvoll ist es außerdem, den Raum kennenzulernen, in dem die Prüfung stattfinden wird. Eine vertrautere Umgebung beruhigt und fördert die Konzentration. Und: Übertreiben Sie die Lernzeiten am Stück nicht, regen Sie besonders bei den Ehrgeizigen unter den Azubis immer wieder Entspannungspausen an. Denn das Gelernte muss verarbeitet werden. Das passiert am nachhaltigsten im Schlaf, daher ist es nicht ratsam, noch am Tag der Prüfung zu lernen. Während der Vorbereitungszeit sollten Ausbilder ihren Azubis auch immer wieder etwas Ablenkung gönnen. Alina Fettkötter hat davon profitiert: „Für mich war es wichtig, ganz bewusst Pausen einzulegen, in denen ich auch mal das Smartphone zur Hand nehmen durfte. Und ich habe gemerkt, dass ich konkrete Lernziele brauche, für die ich mich mit einem Eis oder einem Kinobesuch belohnen darf, wenn ich sie erreicht habe.“

Autoren: Sina Hankofer, Alina Fettkötter

Quelle: wir Ausbilder 1/2016, S. 6-9

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