Tarifplus 2025: So stark sind die Azubi-Vergütungen gestiegen
Neue BIBB-Zahlen zeigen deutliche Anstiege – wichtig für Betriebe und Ausbilder:innen

Wir fassen die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen BIBB-Pressemitteilung für Sie zusammen und zeigen, was diese aktuelle Entwicklung konkret für Ihre Ausbildungsarbeit bedeutet.
1. Starker Anstieg: Tarifliche Ausbildungsvergütung wächst um 6,7 %
Die neuen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind 2025 im bundesweiten Schnitt auf 1.209 € gestiegen, 76 € mehr als im Vorjahr.
Damit setzt sich der zweite deutliche Anstieg in Folge fort. Die teils hohen realen Vergütungsverluste der Jahre 2021-2023 wurden damit weitgehend ausgeglichen.
- Das Vergütungsniveau ist spürbar gestiegen, die Budgetplanung muss entsprechend angepasst werden.
- Höhere Vergütungen wirken positiv im Recruiting, da der finanzielle Einstieg für viele junge Menschen attraktiv bleibt.
- Mit höheren Vergütungen steigt die Erwartungshaltung der Azubis. Transparenz und Kommunikation zu Vergütungen werden immer wichtiger.
2. Große Unterschiede zwischen den Ausbildungsbereichen
Überdurchschnittliche Vergütungen fanden sich laut BIBB vor allem in den Bereichen:
- Öffentlicher Dienst: 1.329 € (+7,7 %)
- Hauswirtschaft: 1.295 €
- Industrie und Handel: 1.266 € (+7,2 %)
Unter dem Durchschnitt lagen dagegen:
- Landwirtschaft: 1.188 €
- Freie Berufe: 1.098 €
- Handwerk: 1.093 €
Auffällig ist, dass Auszubildende im öffentlichen Dienst durchschnittlich 22 % mehr erhielten als Auszubildende im Handwerk.
💡 Was bedeuten steigende Azubi‑Vergütungen für Betriebe?
- Handwerksbetriebe stehen im Wettbewerb besonders unter Druck. Hier können attraktive Zusatzleistungen entscheidend werden.
- Industrie- und Handelsbetriebe sollten ihre stärkere Position nutzen, um sich im Fachkräftemarkt gezielt zu positionieren.
- Vergleiche innerhalb der eigenen Branche helfen, realistisch und wettbewerbsfähig zu bleiben.
3. Vergütungen nach Bundesländern: nur geringe Unterschiede – mit einer Ausnahme
Bundesweit blieben die Unterschiede relativ moderat (ca. 40 € Spanne), außer:
- Baden-Württemberg führt mit 1.257 €
- Es folgen Hamburg mit 1.224 €
- Am unteren Ende: Rheinland-Pfalz (1.186 €) und Nordrhein-Westfalen (1.185 €)
💡 Warum sind regionale Vergütungsunterschiede für Ausbilder:innen wichtig?
- Regionale Vergütungsvergleiche werden im Recruiting zunehmend abgefragt.
- Besonders in NRW und Rheinland-Pfalz lohnt ein Blick auf brancheninterne Benchmarks, um attraktiv zu bleiben.
4. Große Spannbreite nach Berufen – von Top-Vergütungen bis unter 1.000 €
- Insgesamt lagen 47 Berufe über 1.300 €, und 56 % der Azubis erhielten mehr als 1.200 €, rund 20 % sogar über 1.350 €.
- Zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen 2025 gehörten Milchtechnolog:innen (1.463 €) und Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen (1.404 €).
- Am unteren Ende lagen 15 Berufe mit unter 1.000 € durchschnittlicher Vergütung.
- Zu diesen 15 Berufen, die gleichzeitig 15 % der Auszubildenden ausmachten, zählten Friseur:innen (727 €), Bodenleger:innen (950 €), Maler:innen und Lackierer:innen (985 €) sowie Pharmazeutisch-kaufmännische:r Angestellte:r (925 €).
💡 Wie wirken sich Vergütungsunterschiede zwischen Ausbildungsberufen auf die Ausbildungsarbeit aus?
- In Niedrigvergütungsberufen steigt der Druck, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen (Benefits, Wertschätzung, Azubi-Bindung).
- In Berufen mit hohen Vergütungen steigen oft auch die Erwartungen an Qualität, Betreuung und Entwicklungsmöglichkeiten.
- Wichtig: Vergütung allein reicht nicht – Bindung entsteht durch Ausbildungskultur.
5. Fazit: Was bedeutet diese aktuelle Entwicklung für Ihre Ausbildungsarbeit?
- Eine höhere Planungssicherheit, weil die steigenden Vergütungen langfristige Trends bestätigen.
- Die Wettbewerbsfähigkeit im Ausbildungsmarkt hängt stärker denn je von einer fairen und marktüblichen Vergütung ab.
- Die Transparenz gegenüber Bewerber:innen wird zunehmend ein Erfolgsfaktor.
- Betriebe müssen stärker erklären, was hinter ihrer Vergütungsstruktur steckt, besonders im Handwerk und in freien Berufen.
👉 TIPP: Alle Details, Grafiken und die vollständige Datenübersicht finden Sie direkt beim BIBB.
Quelle: BIBB Pressemitteilung 06/2026 | Bonn, 05.02.2026
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