So finanzierst Du Gesundheitsförderung für Azubis mit Fördermitteln
Wie Arbeitsschutz, Krankenkassen und Steuerfreibetrag zusammenspielen
Gesunde Routinen rund um Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit entstehen oft in der Ausbildung und viele Betriebe würden ihre dabei Azubis gern unterstützen. Häufig scheitert es am fehlenden Budget, Unklarheit über passende Förderwege oder an der Sorge vor aufwendigen Anträgen, für die im Ausbildungsalltag die Zeit fehlt. Dabei lassen sich viele Fördermöglichkeiten mit überschaubarem Aufwand nutzen.

Dieser Beitrag informiert über die wichtigsten Förderwege und zeigt, wie sie ohne großen Aufwand nutzbar sind.
1. Was hat Arbeitsschutz mit Gesundheitsförderung zu tun?
Die Gefährdungsbeurteilung aus dem Arbeitsschutz ist der beste Startpunkt für betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). Nach dem Arbeitsschutzgesetz prüft Dein Betrieb regelmäßig, welche körperlichen und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz bestehen. Für Azubis unter 18 Jahren gelten zusätzlich die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes.
Die Ergebnisse zeigen dir, wo Deine Azubis besonders gefordert sind und bilden die Grundlage für Maßnahmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).
💡 Lesetipp der wirAUSBILDER-Redaktion
für Deine Azubis

Gesundheitsförderung und Arbeitssicherheit gehören zusammen: Beide tragen dazu bei, Auszubildende gesund, sicher und leistungsfähig durch die Ausbildung zu begleiten. Gleichzeitig sind Themen wie Arbeitsschutz, Unfallverhütung und Sicherheitszeichen fester Bestandteil der AP2.
Ein guter Grund, diese Inhalte frühzeitig zu wiederholen und gezielt zu trainieren. Dafür empfehlen wir:
- die kostenfreie >> Checkliste „Arbeitssicherheit und Sicherheitszeichen in der Prüfung“ und
- den weiterführenden >> Fachbeitrag mit prüfungsnahen Aufgaben und Lösungen.
2. Wie unterstützen Krankenkassen Ausbildungsbetriebe?
Gesetzliche Krankenkassen fördern nach §20b SGB V Beratung, Bedarfsanalysen und Gesundheitsmaßnahmen in Betrieben und übernehmen Kosten häufig anteilig oder sogar ganz.
Laut Präventionsbericht 2025 gaben die Krankenkassen im Jahr 2024 rund 282 Millionen Euro für betriebliche Gesundheitsförderung aus. Gleichzeitig sank die Zahl der erreichten Betriebe um 5 Prozent. Die Mittel sind also da und werden längst nicht überall genutzt.
Für kleinere Ausbildungsbetriebe lohnen sich betriebsübergreifende Angebote, bei denen Azubis mehrerer Unternehmen gemeinsam teilnehmen.
3. Wie gehst Du auf die Krankenkassen zu?
Der einfachste Einstieg führt über die BGF-Koordinierungsstelle der gesetzlichen Krankenkassen. Dort findest Du die Krankenkassen mit ihren Ansprechpersonen und erhältst eine kostenfreie, kassenneutrale Erstberatung, auf Wunsch auch in Deinem Betrieb. Alternativ sprichst Du Deine Wunschkrankenkasse direkt an.
Fehlt Dir die Zeit für Abstimmungen, kann Dich ein erfahrener BGM-Anbieter unterstützen. Viele Anbieter arbeiten eng mit den Krankenkassen zusammen und übernehmen einen Großteil der Organisation.
4. Welche Gesundheitsleistungen sind für Azubis steuerfrei?
Gesundheitsfördernde Leistungen bis zu 600 Euro pro Person und Kalenderjahr sind nach § 3 Nr. 34 EstG steuer- und sozialversicherungsfrei, auch für Auszubildende. Voraussetzung ist, dass die Leistung zusätzlich zur Ausbildungsvergütung erbracht wird und die Qualitätsanforderungen der §§ 20 und 20b SGB V erfüllt, zum Beispiel bei zertifizierten Präventionskursen.
5. Wie kommst Du in vier Schritten zur geförderten Maßnahme?
- Bedarf klären: Nutze die Gefährdungsbeurteilung oder eine kurze Befragung Deiner Azubis.
- Kontakt aufnehmen: Wende Dich an die BGF-Koordinierungsstelle, Deine Krankenkasse oder einen BGM-Anbieter.
- Qualität prüfen: Achte darauf, dass Angebote zertifiziert sind oder dem Leitfaden Prävention der Krankenkassen entsprechen.
- Azubis beteiligen: Lass Deine Azubis bei der Themenwahl mitentscheiden. So steigt die Bereitschaft mitzumachen.
Autorin: Paula Menninghaus, CEO und Co-Founderin, Strong Partners GmbH, Anbieter für Betriebliches Gesundheitsmanagement aus Münster
💡 Lesetipps der wirAUSBILDER-Redaktion
… für Dich
- Experten-Interview: Gesundheitsförderung in der Ausbildung
Wie Gesundheitsförderung konkret in die Ausbildung integriert werden kann und welche Maßnahmen sich in der Praxis bewährt haben. - „Irgendetwas stimmt nicht …“ – Psychische Auffälligkeiten bei Azubis
Der Beitrag zeigt, warum mentale Gesundheit zunehmend zum Ausbildungsalltag gehört und wie Ausbilder:innen angemessen reagieren können. - Psychische Krisen bei Azubis frühzeitig erkennen (Teil 1 von 2)
Praktische Hilfestellungen zum Erkennen von Warnsignalen und zur Unterstützung belasteter Auszubildender.
… und Deine Azubis
- Checkliste „Arbeitssicherheit und Sicherheitszeichen in der Prüfung“ für Deine Azubis
- Weiterführender >> Fachbeitrag mit prüfungsnahen Aufgaben und Lösungen.
Ergänzend:
💡 Buchtipp der wirAUSBILDER-Redaktion
Die Ausbildereignungsprüfung – Vorbereitung auf die schriftliche und praktische AEVO-Prüfung

Dieses Buch ermöglicht eine umfassende und leicht verständliche Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung. Es eignet sich ideal zum Nachlernen und Vertiefen des Stoffes aus dem Vorbereitungskurs als auch zum Selbststudium, denn es vermittelt alle relevanten Inhalte:
- Tipps zum systematischen Lernen
- 15 Ausbildungssituationen als Fallstudien und Rollenspiele
- 10 Situationsbeschreibungen mit rund 50 Übungsaufgaben
- 3 Aufgabensätze mit 240 Aufgaben, die angelehnt sind an die IHK-Prüfungen
- Lösungen zur Lernerfolgskontrolle
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