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Handwerkskammer Chemnitz sieht Modul-Ausbildung kritisch

Modul-Ausbildung

Die sogenannte Modul-Ausbildung, in der Teile einer Berufsausbildung zeitlich voneinander getrennt absolviert werden, sieht die Handwerkskammer Chemnitz sehr kritisch. Präsident Frank Wagner fürchtet, dass damit der Qualifizierungsanspruch in den Handwerksberufen auf´s Spiel gesetzt wird.

Duale Berufsausbildung stärken statt entwerten

Die duale Berufsausbildung müsse laut Wagner gestärkt statt entwertet werden, die Handwerksbetriebe benötigen schließlich zuverlässige Fachkräfte. Seit 2014 wurde in Sachsen von der Bundesagentur für Arbeit (BA) und den drei Industrie- und Handelskammern in Chemnitz, Dresden und Leipzig der Weg für eine modulare Ausbildungsform geebnet. Die Kooperation war zunächst bis 2016 angelegt, wurde dann aber unbefristet verlängert.

Berufe schrittweise erlernen

Zielgruppe für die Modul-Ausbildung sind Schulabgänger mit sehr schlechten Noten, Langzeitarbeitslose und Menschen in Helferjobs mit lang zurückliegender Qualifikation. Wenn alle Module einer Berufsausbildung absolviert wurden, kann bei der IHK nach erfolgreicher Prüfung der Abschluss erworben werden. Bis zu 15 Berufe, darunter z. B. Chemikant, Fachlagerist, Verkäufer oder Kraftfahrzeugmechatroniker können so schrittweise erlernt werden.

Chance für Geringqualifizierte

Frank Vollgold, von der BA-Regionaldirektion Sachsen sieht die Modul-Ausbildung positiv, denn für die Betroffenen sei das eine Möglichkeit, höher qualifizierte Tätigkeiten ausüben zu können und besser bezahlt zu werden. Bislang gehe man allerdings von einer eher geringen Zahl von Teilnehmern aus – eine genaue Zahl können aber weder BA noch IHKs benennen, da diese über das Bildungsgutscheinverfahren abgerechnet werden.

Schnelles Geld statt reguläre Ausbildung

Die Handwerkskammern befürchten, dass über die Modul-Ausbildung eine Ausbildung “light” etabliert wird, im schlimmsten Fall bundesweit. Auszubildende könnten der Versuchung erliegen, schneller Geld zu verdienen und auf die 3-jährige reguläre Ausbildungszeit verzichten – insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Migranten für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden sollen.

Quelle: www.freiepresse.de vom 27.11.2017.

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