Navigieren / suchen

Experten-Interview: Auswahlverfahren – was ist noch zeitgemäß und lohnenswert?

Über Auswahlverfahren und die Bedeutung für das Ausbildungsrecruiting sprechen Holger Hiltmann, Leiter der kaufmännischen und IT-Ausbildung und Ausbildungsmarketing & Recruiting bei Merck KGaA und Melanie Schaal (wirAUSBILDER). Inklusive konkreter Tipps!


Hallo Holger, in diesem Interview befassen wir uns mit einem Teilaspekt des Ausbildungsrecruitings: den Auswahlverfahren. Warum ist das Thema für Ausbilder:innen so relevant?

Ich glaube, dass dies ein Format ist, das in unserem Markt und in unserem Geschäft immer wichtiger wird. Denn der Ausbildungsmarkt – und das ist nichts Neues – hat sich deutlich verändert. Viele gute Bewerbende können sich heute aussuchen, in welchem Unternehmen sie arbeiten – und das tun sie sehr bewusst.

Ihre Motive, wo sie arbeiten möchten, haben häufig mit dem Erlebnis während des Einstellungsprozesses, des Einstellungstages, sprich: eigentlich der Candidate Journey im Recruiting zu tun. Auch wir haben dies bei uns bestätigt bekommen, indem wir unsere eigenen Auszubildenden gefragt haben, warum sie sich für Merck entschieden haben. Die Top-Argumente waren: “Weil wir uns hier wohlgefühlt und wertgeschätzt gefühlt haben.” und “Und es war eine tolle Atmosphäre!”.

Ich glaube, an der Stelle ist Recruiting mittlerweile unser wirksamstes und wertvollstes Marketinginstrument.


Hast Du für Ausbilder:innen eine Handlungsempfehlung?

Im Ausbildungswesen haben wir es mit ganz unterschiedlichen Branchen, Regionen und Ausbildungsberufen zu tun. Ein Tipp, der vielleicht an der einen Stelle funktioniert, kann an anderer Stelle nicht passen.

Bei uns haben wir gerade im Bereich Auswahlprozess in den letzten Jahren einiges verändert. Bis ca. 2008/2009 hatten wir Assessment Center im Einsatz. Die folgende Veränderung vom Ganztages-Assessment Center, hin zu einem 40-minütigen Interview, war schon damals ein Paradigmenwechsel.

Die Veränderung ist nicht jedem einfach gefallen. Ich hatte plötzlich viel, viel weniger Grundlagen für die Entscheidungen, die ich am Ende getroffen habe. Und trotzdem sind wir den Weg gegangen und ich glaube, wenn ich die Beteiligten von damals, die vielleicht auch ein bisschen Bauchschmerzen hatten, heute fragen würde, ob wir wieder ein Assessment Center machen wollen, würden die ausdrücklich Nein sagen!

Von daher ist mein Tipp, mutig zu sein und im Auswahlverfahren vielleicht den einen oder anderen Zopf abzuschneiden.


Vielen Dank für das Interview.


Anmerkung der Redaktion: Das Interview basiert auf der zugehörigen Video-Aufzeichnung und wurde in Auszügen verschriftlicht.


Die Reihe wirAUSBILDER-Experten-Interviews bietet spannende Einblicke in aktuelle Ausbildungsthemen.

Wir unterhalten uns mit Ausbildungsexpert:innen, stellen konkrete Fragen und nehmen Tipps für Deine Ausbildungsarbeit mit!

Klick Dich durch – wir wünschen spannende Erkenntnisse!

Hinterlasse einen Kommentar

Name*

E-Mail* (wird nicht veröffentlicht)

Webseite

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind. Detaillierte Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung.