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Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt: Fehlt die Inspiration?

Warum Berufsorientierung mehr Vorbilder braucht und was Unternehmen jetzt tun können

Wann hast Du zuletzt darüber nachgedacht, warum viele junge Menschen trotz vorhandener Ausbildungsplätze nicht erreicht werden und wie Berufsorientierung heute wirksamer gestaltet werden kann? Hast Du für Dich passende Antworten gefunden? Oder gibt es überhaupt ein richtig oder falsch? Meinungen zu diesem Thema gibt es viele – entscheidend ist, sie sichtbar zu machen und zu diskutieren.

Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, Blog-Beitrag von Viktoria Lauterbach, Meet your Master
©Meet your Master // Viktoria und Heiner Lauterbach

Dieser Beitrag ordnet einen persönlichen Erfahrungsbericht ein und zeigt Dir, welche Impulse Du für Deine Ausbildungspraxis ableiten kannst.


Einleitung

Redaktionell möchten wir anmerken, dass der folgende Beitrag die Perspektive einer einzelnen Autorin wiedergibt und keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass gerade solche persönlichen Einblicke wertvoll sind: Sie machen strukturelle Herausforderungen sichtbar und stoßen wichtige Diskussionen an.

In ihrem Beitrag betrachtet Viktoria Lauterbach das Thema aus ihrer persönlichen Perspektive und ermutigt dazu, neue Ansätze zu verfolgen – mit dem Ziel, Ausbildungsberufe durch authentische Einblicke und echte Vorbilder greifbarer zu machen. Wie das gelingen kann, liest Du am Ende des Beitrags.

Unser Ziel ist es, Dir als Ausbilder:in Orientierung zu geben, Perspektiven aufzuzeigen und Dich dabei zu unterstützen, eigene Schlüsse für Deine Praxis zu ziehen. Wir sehen hier einen spannenden Ansatz und wünschen Dir viel Spaß beim Lesen!


Gastbeitrag | Erfahrungsbericht

1. Ausbildungsplätze bleiben leer, weil Inspiration fehlt

Neulich schrieb ich auf LinkedIn: „Wir finden keine Auszubildenden mehr.“ Was dann passierte, hatte ich nicht erwartet: Hunderte Kommentare. Nachrichten von Unternehmern, Ausbildern, Eltern. Alle sagten dasselbe: „Das Problem kennen wir. Und wir wissen nicht, wie wir es lösen sollen.“

Was mich dabei am meisten beschäftigt: Es geht nicht um fehlende Ausbildungsplätze. Es gibt sie. Es geht darum, dass junge Menschen oft nicht wissen, welche Talente in ihnen stecken, wofür sie sich begeistern könnten – und welche Berufe es überhaupt gibt und welche zu ihnen passen. Was hinter einem Beruf steckt, wie er sich anfühlt, wer ihn lebt und was die Perspektiven sind – das bleibt für die meisten unsichtbar oder ein unübersichtlicher Dschungel an Möglichkeiten.


2. Das System existiert – und trotzdem fehlt etwas: Inspiration und Emotion

Berufsorientierung ist in den Lehrplänen verankert. Das Thema hat also einen festen Platz. Und dennoch: Nur 7,2 % der Jugendlichen erleben die Berufsorientierung in der Schule als wirklich hilfreich. Eine Zahl, die mich nicht loslässt. Jugendliche brauchen keine Berufsbezeichnungen. Sie brauchen Gesichter. Geschichten. Vorbilder. Emotionen. Inspiration.

Warum empfinden die Jugendlichen Berufsorientierung als so wenig hilfreich? Laut einem aktuellen Gutachten fühlen sich viele Lehrkräfte selbst nur mäßig kompetent. Kein Vorwurf – woher sollen sie die Kompetenz auch haben? Berufsorientierung ist kein Schulfach, das man studiert. Es fehlt der Content, das Handwerkszeug, die echten Einblicke in Berufswelten. Berufsorientierung nur Lehrkräften zu überlassen, ist ein Systemfehler. Sie geht uns alle an. Deshalb stellt sich für mich nicht mehr die Frage, ob wir etwas tun sollten. Sondern wie.


3. Wen wir suchen und was Unternehmen jetzt tun können

2025 blieben 73.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Das ist kein Recruiting-Problem – das ist eine gesellschaftliche Frage. Es gibt Unternehmen, die ihren gesellschaftlichen Auftrag verstanden haben. Die etwas verändern wollen. Genau diese Unternehmen mit Haltung suchen wir. Wer heute Verantwortung übernimmt, investiert in die nächste Generation.

Ich bleibe dran. Und ich freue mich über jedes Unternehmen, das mitmacht. Packen wir es an!


Über die Autorin: Viktoria Lauterbach hat gemeinsam mit ihrem Mann, Schauspieler Heiner Lauterbach, Meet Your Master gegründet. Auf der Online-Plattform teilen außergewöhnliche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ihr Wissen und ihre Leidenschaft. Mit Meet Your Master Next Generation planen sie den nächsten Schritt: inspirierende Kurzfilme über Ausbildungsberufe, die sie kostenfrei in Schulklassen bringen wollen – mit echten Vorbildern statt Hochglanzbroschüren. Dafür suchen sie starke Unternehmenspartner, die diese Vision mitgestalten wollen. Hier kannst Du Dich informieren und Kontakt aufnehmen.


Hinweis der Redaktion: Der Beitrag wurde uns zur Verfügung gestellt und inhaltlich nicht verändert.


💡Lesetipps der wirAUSBILDER-Redaktion

Passend zu diesem Beitrag:

Praktische Orientierung beginnt oft schon vor der Ausbildung. Doch wie gelingt es, Jugendliche während eines Praktikums so zu begleiten, dass aus Erfahrungen echte Berufsentscheidungen werden? Genau damit beschäftigt sich unser 📄 Beitrag „Wenn aus Erfahrung Orientierung wird“. Dort erfährst Du, wie Du Praktikant:innen gezielt durch Reflexionsfragen, Feedback und kurze Gespräche unterstützen kannst. Zusätzlich stellen wir Dir eine praktische Checkliste für die erfolgreiche Praktikumsbegleitung zur Verfügung.

>> Zum Beitrag: „Wenn aus Erfahrung Orientierung wird – So kannst Du als Ausbilder:in ein Praktikum wirksam begleiten“

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