Warum es sich lohnt, Ausbilder:in zu werden
Gute Gründe für künftige Ausbilder:innen und hilfreiche Argumente für alle, die Kolleg:innen für die Ausbildung begeistern möchten
Ausbilder:in zu werden heißt, Verantwortung zu übernehmen: für junge Menschen, die ihren Platz im Berufsleben erst finden müssen, und für eine Ausbildung, die weit mehr umfasst als die reine Vermittlung von Fachwissen.

Dieser Beitrag zeigt Dir, warum sich die Ausbildereignung lohnt. Du erfährst, welchen Beitrag Du zur Entwicklung junger Menschen leisten kannst, welche Chancen sich daraus für Deine eigene berufliche Entwicklung ergeben und welche guten Gründe für die Übernahme dieser verantwortungsvollen Aufgabe sprechen.
Darüber hinaus erhalten aktive Ausbilder:innen praktische Argumente und Impulse, um interessierte Kolleg:innen für die Ausbildung zu gewinnen. Wenn in Deinem Unternehmen zudem Ausbildungsbeauftragte eingebunden sind, findest Du im verlinkten Beitrag hilfreiche Anregungen, wie diese gezielt auf ihre Rolle vorbereitet und in ihrer Arbeit unterstützt werden können.
1. Du machst den Unterschied
Erinnerst Du Dich an jemanden, der Dir während Deiner eigenen Ausbildung etwas zugetraut hat? Einen Menschen, der geduldig blieb oder der im richtigen Moment sagte: „Ich weiß, du kannst das!“?
Vielleicht erinnerst Du Dich auch an das Gegenteil, auch diese Erfahrungen bleiben. Als Ausbilder:in entscheidest Du mit, welche Erinnerungen junge Menschen an ihren Berufsstart mitnehmen. Deshalb sprechen wir heute auch mehr von der Lernprozessbegleitung. Du gibst Sicherheit, räumst aber nicht jede Schwierigkeit aus dem Weg. Du vermittelst Wissen, aber auch soziale Kompetenzen, berufliches Miteinander, Du forderst und förderst. So baust Du die Kompetenzen Deiner Auszubildenden entscheidend mit auf.
Das kostet Zeit und Geduld. Gleichzeitig erlebst Du als Ausbilder:in unmittelbar, dass Dein Handeln etwas bewirkt.
2. Du entwickelst Dich selbst weiter
Um Deine Auszubildenden anzuleiten, musst Du Dein eigenes Wissen verständlich erklären. Manchmal braucht es einen anderen Weg, als den geplanten, bis etwas ankommt. Dadurch hinterfragst Du vermeintliche Selbstverständlichkeiten und setzt Dich bewusst mit den Arbeitsabläufen im Betrieb auseinander, und das regelmäßig. Du lernst, ehrliches Feedback zu geben und Verantwortung zu übernehmen und je länger Du Dich um die baldigen Fachkräfte kümmerst, desto sicherer wirst Du als Ausbilder:in.
3. Du stärkst Deine berufliche Position
Die Ausbildereignung ist eine anerkannte Zusatzqualifikation, die Du auch bei einem Unternehmenswechsel behältst. Ob Du tatsächlich ausbilden darfst, hängt nämlich von Deiner fachlichen und persönlichen Eignung ab. Für Deinen Arbeitgeber wirst Du durch die Ausbildereignung vielseitiger einsetzbar. Du kannst Verantwortung für den Nachwuchs übernehmen und die jungen Fachkräfte so begleiten, dass sie gern im Unternehmen bleiben. Gerade bei Fachkräftemangel eine entscheidende Aufgabe.
Willst Du Deinen Arbeitgeber von Deiner Teilnahme und einer Kostenübernahme überzeugen, argumentiere nicht nur mit Deinem Weiterbildungswunsch. Zeige ihm den betrieblichen Nutzen auf und bringe einen konkreten Vorschlag mit zu:
- Zeitraum
- Freistellung
- Kosten
- künftigen Aufgaben
So verwandelst Du Deinen Wunsch in eine nachvollziehbare Verhandlung mit Deinem Arbeitgeber. Und ja, Du darfst dann auch über Dein Gehalt sprechen. Übernimm nicht aus Dankbarkeit über eine Kostenübernahme einfach stillschweigend die zusätzliche Verantwortung. Deine Ausbildereignung ist nämlich ein gutes Argument, Deinen Aufgabenbereich und Deine Vergütung neu zu verhandeln.
4. Fazit
Ausbilder:in zu werden öffnet Dir beruflich neue Türen und Du kannst junge Menschen ein Stück ihres Weges begleiten. Vielleicht bist dann genau Du die Person, an die er oder sie sich gern erinnert.
Lesetipp: Die eigentliche Ausbildungsarbeit findet oft direkt in den Fachabteilungen statt. Wie Du Ausbildungsbeauftragte gezielt qualifizierst und dadurch die Ausbildungsqualität nachhaltig verbesserst, liest Du im >> Beitrag „Ausbildungsbeauftragte qualifizieren: Der unterschätzte Hebel für gute Ausbildung“.
Autorin: Sina Hankofer, selbstständige Autorin, Ausbilderin und Speakerin
💡 Lesetipps der wirAUSBILDER-Redaktion
- Ausbildungsbeauftragte qualifizieren: Der unterschätzte Hebel für gute Ausbildung
Die eigentliche Ausbildungsarbeit findet oft direkt in den Fachabteilungen statt. Wie Du Ausbildungsbeauftragte gezielt qualifizierst und dadurch die Ausbildungsqualität nachhaltig verbesserst, liest Du in diesem Beitrag. - Der neue AEVO-Rahmenplan: Zukunftsorientiert ausbilden
Die Rolle von Ausbilder:innen verändert sich. Erfahre, welche Kompetenzen heute gefragt sind und wie sich die Ausbildereignungsprüfung auf moderne Ausbildungsanforderungen einstellt. - Ausbildungspersonal fit machen für die Zukunft: Neuer Rahmenplan zur AEVO
Lerne die wichtigsten Neuerungen des modernisierten AEVO-Rahmenplans kennen und erfahre, welche Themen zukünftige Ausbilder:innen verstärkt beherrschen sollten.
Ergänzend:
💡 Buchtipp der wirAUSBILDER-Redaktion
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